Vor wenigen Tagen fand in einer Gaststätte im Berliner Bezirk Lichtenberg eine AfD-nahe Veranstaltung statt. Eine Stadträtin will jetzt den Gastwirt zu einer »Nachbereitung« einladen. Dieser Begriff wurde schon bei der Stasi für Einladungen dieser Art genutzt.

Birgit Monteiro ist Stadträtin im Berliner Bezirk Lichtenberg. Sie ist stellvertretende Bürgermeisterin, ihr obliegen die Ressorts Stadtentwicklungsamt, Amt für Soziales und Wirtschaftsförderung. Eine Zuständigkeit, welche ihr erlaubt, darüber zu urteilen oder gar befinden, welche Gäste ein Gastwirt bewirtet oder nicht, ist aus dieser Ressortverteilung schwerlich abzuleiten. Birgit Monteiro trat 1987 in die SED von Honecker und seinen Genossen ein und verblieb dort auch nach der ersten Umbenennung zur »PDS« bis 1991. 1995 tauschte sie dann das dunkle Rot in ein etwas helleres Rot und trat in die SPD ein.

Vor einigen Tagen fand eine AfD-nahe interne Veranstaltung in einer Gaststätte in Lichtenberg statt. Weil sich unter den Gästen auch einige Personen des sogenannten Flügels befanden, schrillten die Alarmglocken beim Lichtenberger Bezirskamt offensichtlich besonders laut. Derart laut, dass die eine oder andere Vertreterin offensichtlich komplett die in der Zwischenzeit antrainierten politischen Verbalfloskeln vergessen hat und zurück auf den ursprünglich in der SED-Zeit vermittelten und erlernten Sprachschatz zurück greift.

Birgit Monteiro jedenfalls, die ehemalige SED-Parteigängerin, veröffentlichte auf einer linksextremistischen(!!) Plattform einen Tweet, in dem sie ankündigte, den Wirt zu einer »Nachbereitung« einladen zu wollen. Stasi-Mitarbeiter luden dereinst auch gerne mal ihrer Meinung nach unliebsame Personen zu einer Nachbereitung ein. Der Gastwirt sollte sich also nicht wundern, wenn demnächst ein unauffälliges Fahrzeug mit zwei unauffällig gekleideten Personen vor seinem Haus vorfährt, um ihn zu einem Gespräch »zur Klärung eines Sachverhalts« im Auftrag von Birgit Monteiro abzuholen.