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Einige regionale Medien stellen nach wie vor unter Beweis, dass es bei der Berichterstattung über Themen, in die die AfD involviert ist, zu Lücken kommt. Ob diese Lücken aufgrund mangelnder Qualität des jeweiligen Berichterstatters erfolgen oder mit voller Absicht gezielt „eingestreut“ werden, ist dabei unerheblich. Nachweislich defizitäre Arbeit von Medienvertretern hat stets ein gewisses Geschmäckle und sorgt dafür, dass der Begriff der „Lückenpresse“ stete Unterfütterung erhält.

Ein Bericht in der aktuellen „Berliner Woche“ über die Januar-Sitzung der BVV, verfasst von Karolina Wrobel, ist ein solches Beispiel. Nicht etwa die Wahl unseres Kandidaten zum Stadtrat und die damit verbundene Komplettierung des Bezirksamtes war für Frau Wrobel entscheidendes Thema ihres Beitrags. Dabei hielt gerade die Diskussion um unseren Kandidaten die regionale und überregionale Presse seit der Wahl im September 2016, einmal mehr, einmal weniger, in Atem.

Frau Wrobel legte stattdessen ihr Hauptaugenmerk auf die Debatte um die Zukunft des Bahnhofs Lichtenberg. Aufgrund des während der Diskussion verwendeten Begriffs „Asylant“ verließ die Debatte die sachliche Ebene; es entbrannte ein Wortduell zwischen unserem BVV-Mitglied Uwe Dinda und dem sich künstlich empört aufspielenden SPDler Kevin Hönicke. Letzterer fiel bereits in den vorhergehenden BVV-Sitzungen mit einigen Provokationen und Beleidigungsversuchen in Richtung unserer Fraktionsmitglieder auf.

Frau Wrobel „vergaß“ in ihrem Bericht, dass die Diskussion ihren hitzigen Höhepunkt erreichte, als der Vorsteher Rainer Bosse (Die Linke) die Debatte beendete. Es sei nicht zielführend, über die Verwendung des Wortes „Asylant“ sich derart zu überwerfen. Denn erst jetzt, als Rainer Bosse, der Vorsteher, das Wort „Asylant“ selbst und höchstpersönlich in seiner Ansprache verwendete, erhob sich ein Gezeter bei der selbsternannten „Sprachpolizei der BVV Lichtenberg“ also der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Daniela Ehlers sprang wie von der Tarantel gestochen aus ihrem Sitz und schrie, mit beiden Armen wild in der Luft gestikulierend, dem Vorsteher entgegen, dass er sich „Nazi-Sprech“ bediene:

Wer den Gefühlsausbruch von Daniela Ehlers noch einmal im Kontext der gesamten BVV-Sitzung erleben möchte, kann dies im Live-Stream tun: Aufzeichnung der 04. Sitzung der BVV Berlin-Lichtenberg am 19.01.2017 Teil 3

Ohnehin scheint es ein ganz wichtiges Anliegen dieser Fraktion (ihr gehören ganze fünf(!) von 55 Bezirksverordneten an) zu sein, den anderen BVV-Mitgliedern samt Vorstand und Bezirksamt vorzuschreiben, welche Worte ihrer Ansicht nach Verwendung finden dürfen und welche „pöser Nazi-Sprech“ sind und somit dem Bann der Sprachpolizei unterliegen.

Doch Frau Wrobel stellt die Ereignisse in ihrer Meldung in der Berliner Woche ganz anders dar. Da stellt sich noch einmal die Frage, ob sie sich bei der Aufarbeitung ihrer Notizen geirrt hat oder ob sie mit Absicht eine Parallelwahrnehmung niedergeschrieben hat. Hätte sie sich den Live-Stream mit der entscheidenden Phase noch einmal angesehen, wäre ihr dieser Lapsus nicht unterlaufen.