Parallel zu den Märchenonkeln und -tanten, die in den deutschen Mainstreammedien zuhauf ihre mitunter völlig frei erfundenen Geschichten verbreiten dürfen, hat eine zweite besondere »Gattung Mensch« Hochkonjunktur: der Polit-Experte. Doch was macht einen Experten zum Experten? Ein Studiengang? Eine Doktorarbeit? Ein Master of….?

Seit etwa fünf Jahren schießen sie wie Pilze nach einem lauen Sommerregen aus dem Boden: diese selbsternannten Polit-Experten, die sich auch gerne als Extremismus-Experten selbst darstellen oder sich ganz und gar auf eine Partei spezialisiert haben und als AfD-Experten firmieren. Derart »ausgezeichnet« tingeln sie durch TV-Sendungen und salbadern ihr gefährliches Halbwissen in die bereit gehaltenen Mikrophone. Einige dieser selbsternannten Experten müssen dankbar für die Existenz der AfD sein, denn nur auf jene Partei scheinen sie ihre gesamte Existenz aufgebaut zu haben. Ohne die AfD müssten diese Menschen vermutlich versuchen, mit echter Arbeit ihr Geld zu verdienen.

Was aber macht Hajo Funke, Olaf Sundermeyer oder Melanie Amann und die ganzen anderen Individuen zu »Extremismus-Experten« oder gar zu »AfD-Experten«? Haben sie einen Studiengang politischer Extremismus besucht und den erfolgreich abgeschlossen? Wohl kaum, da es einen solchen Studiengang gar nicht gibt. Olaf Sundermeyer zum Beispiel hat seine Laufbahn als Gastwirt in Dortmund begonnen, nachdem er Rechtswissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum und Journalistik an der Universität Dortmund jeweils ohne Abschluss, also erfolglos, studierte.

Melanie Amann hat im Gegensatz zu Sundermeyer wenigstens ihre Studiengang erfolgreich absolviert, wenn auch Rechtswissenschaften relativ wenig bis gerade einmal gar nichts mit der Politik zu tun haben. Das aber hindert Amann nicht, sich selbst als AfD-Expertin auszugeben. Ein Diplom, eine Ernennungsurkunde oder eine Approbation, die ihr diesen Titel verleiht, kann sie nicht vorweisen. Sie selbst hat sich zur Expertin ernannt. Das schafft aber gerade einmal so richtig Vertrauen.

Bleibt von den namentlich erwähnten noch Hajo Funke, dessen Vater 1935 der NSDAP beitrat. Da wurde die Verbundenheit zum National-Sozialismus dem kleinen Hajo in seinem Geburtsjahr 1944 wohl schon in die Wiege gelegt. Das erklärt auch seine Aktivität als Student im Sozialistischen Deutschen Studentenbund und später dann im Sozialistischen Büro. Mit all diesen Aktivitäten ist Funke geradezu prädestiniert, über den Linksextremismus zu referieren; er hat sich ja lange genug in dessen Dunstkreis bewegt. Doch mit welcher Berechtigung er sich als Experte für Rechtsextremismus ausgibt, scheint nur er zu wissen.

Diese drei erwähnten Personen stehen beispielhaft für den Rattenschwanz an selbsternannten Experten, die gegen ein mitunter fürstliches Entgelt ihre wenig bis gar nicht haltbaren Halbwahrheiten in die Welt hinaus posaunen, um damit Leute zu beeindrucken, die noch weniger Ahnung von der Materie haben als sie selbst. Dabei halten jene Aussagen einer genauen Analyse nicht einmal fünf Minuten stand.