Der Besuch eines Weihnachtsmarktes in Berlin und anderen deutschen Städten ist spätestens seit dem islamisch motivierten Terroranschlag von Anis Amri am 19. Dezember 2016 am Breitscheidplatz bei den meisten an einem Besuchern interessierten Menschen mit gemischten Gefühlen verbunden.

Seit Merkels Alleingang im September 2015 und den damit verbundenen Folgeerscheinungen mutieren diese Weihnachtsmärkte nach und nach zu Hochsicherheitstrakten, die mitunter mit militärischem Gerät gesichert werden müssen. So sind die errichteten Stahlgitter am Breitscheidplatz von der britischen Armee auf Einsatzmöglichkeiten zur Sicherung von Kontrollstationen in Kriegsgebieten getestet und für gut befunden worden. Es wirkt schon mehr als nur absurd, dass die Besucher eines Weihnachstmarktes dermaßen geschützt werden müssen, die deutschen Grenzen aber nach wie vor für derlei motivierte „kulturelle Bereicherer“ alles andere als unüberwindlich sind.

Nicht minder absurd ist die um sich greifende Umbennung von Weihnachtsmärkten in „Lichtermärkte“. Anders als in Lichtenberg, wo der jährlich am 1. Advent stattfindende Lichtermarkt am Rathaus bereits Tradition hat und dieses Jahr zum 25. Mal abgehalten wurde, benennen deutschlandweit viele Gemeinden die traditionellen Weihnachtsmärkte in „Lichtermärkte“ oder gar „Lichterfeste“ um.

Dabei übersehen sie geflissentlich, dass es das Lichterfest zum Beispiel im jüdischen Glauben bereits gibt: es ist das Chanukka, welches am 25. Tag des Monats Kislew beginnt und an die Wiedereinweihung des Zweiten Tempels in Jerusalem erinnert. In den nordeuropäischen Ländern wird am 13. Dezember das Lichterfest begangen: dieser Tag ist der Festtag zum Gedenken an die Heilige Lucia. Vor der Einführung des gregorianischen Kalenders in Schweden fiel dieser Tag gleichzeitig auf die Wintersonnenwende, den kürzesten Tag im Jahr. Lichterfeste gab und gibt es also schon lange; die Umbenennung eines Weihnachtsmarktes in ein Lichterfest ist also historisch völlig falsch.

Auch eine Umbenennung in einen Lichtermarkt wirkt nur bedingt wie eine wirklich gute Idee. Lichtermarkt klingt eher nach der Beleuchtungsabteilung eines Baumarktes oder der Teelichter- und Kerzenabteilung eines schwedischen Möbelhauses mit vier Buchstaben. Vor allem aber wird mit dieser Umbennung der Versuch unternommen, den christlichen Ursprung der Weihnacht aus der öffentlichen Wahrnehmung zu verdrängen. Die Weihnacht ist der Tag von Christi Geburt. Das ist nun einmal so; auch wenn es dem einen oder anderen Menschen hierzulande nicht gefällt.

Bildquelle: Touristeninformation Witzenhausen / keine Verfügungsbeschränkung