In der vergangenen Nacht nutzten mutmaßlich Linksextremisten den Schutz der Dunkelheit, um zum wiederholten Male einen Farbanschlag auf die Privatwohnung eines gewählten Bezirksverordneten der AfD in Lichtenberg zu verüben. Die Täter beschmierten die Frontseite des Hauses mit einem überdimensionalen Schriftzug. Die von Anwohnern alarmierte Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Solche und ähnliche Straftaten, wie sie im Bezirk Lichtenberg schon mehrfach verübt wurden, erinnern auf fatale Weise an die Vorgänge in den zwölf dunkelsten Jahren der deutschen Geschichte. Auch damals zogen merkwürdige Gestalten durch die Straßen und beschmierten meist im Schutze der Dunkelheit die Wände von Häusern, Wohnungen, Kanzleien und Praxen. Damals war der Inhalt dieser Schmierereien ein anderer. Es hieß „Achtung! Jude!“ oder „Hier wohnen Juden!“ oder „Kauft nicht bei Juden!“.

Heutzutage weichen die an die Wand gesprühten Worte zwar von den damligen Phrasen ab, Vorgehensweise und Intention aber sind identisch. Damals wie heute glauben sich diese Leute im Recht – und ihre Taten werden von den sich hinter ihnen verbergenden Hetzern gefördert. Diese Biedermänner geben sich den Anschein von selbsternannten Demokratiebewahrern oder bezeichnen sich selbst als Vertreter einer bunten Vielfalt. Anstatt sich von solch undemokratischen Verhaltens zu distanzieren, fördern diese Personen durch ihre öffentlichen Äußerungen noch weitere solcher oder ähnlicher Taten.

Wenn solche Äußerungen, solches Verhalten und solche Straftaten als Indikator für das Demokratieverständnis und die Toleranz in diesem Land gelten, dann ist es um beides im Deutschland der Gegenwart sehr schlecht bestellt.