Wissen Sie eigentlich, was wir am 03. Oktober feiern? Ja, werden sie sagen: den Tag der deutschen Einheit.
Seit vielen Monaten wird nun durch unsere staatsnahen Medien dazu eine alte Geschichte wieder aufgewärmt: Die immer noch nicht überwundene Spaltung in Ost und West.
Darüber versucht man die für unsere Regierung peinlichen Wahlerfolge der AfD im Osten von oben herab zu erklären: Bestenfalls sei der Osten eben immer noch abgehängt und doof, schlimmstenfalls halt immer schon „braun“ gewesen.
Auf eine ganz naheliegende Idee wollen sie aber nicht kommen: Ja, offensichtlich ist Deutschland, wie übrigens fast alle westlichen Länder tief gespalten, aber weniger in Ost und West, als vielmehr in Patrioten und Internationalisten. Beides gibt es in Ost wie in West, auch wenn aus historischen Gründen der Patriotismus im Osten noch etwas stärker ist. Es ist keine Ost-West-Frage, sondern eine, die uns alle betrifft: die Frage nach unserer Nation bzw. nach deren Auflösung in der EU.
Was war denn am 03. Oktober 1990, also genau vor 29 Jahren los? Eigentlich nichts Besonderes. Den Vertrag zur deutschen Einheit hatten Wolfgang Schäuble für die Bundesrepublik und Günther Krause für die DDR bereits am 31. August 1990 unterzeichnet. Ob Helmut Kohl dieses Datum des 3. Oktober mit Absicht so nüchtern gewählt hat und zusätzlich der DDR-Nationalfeiertag am 07. Oktober bedrohlich näher kam, oder nicht der 17. Juni oder der 9. November besser geeignet wären?
Aber das soll hier nicht erörtert werden.
Der 03. Oktober ist nun mal unser National-Feiertag, also der Tag unserer Nation. Viel wichtiger als das Datum ist, was von wem an diesem Tag eigentlich gefeiert wird.
Was feiern denn die meisten Nationen an Ihrem Nationalfeiertag, die Schönheit Ihrer Wiesen oder ihrer Frauen? Nun, vielleicht auch das, aber an erster Stelle feiern sie die Souveränität ihrer Nation. Davon ist in Deutschland offiziell auffallend wenig die Rede, denn die aktuell im Bundestag vertretenen Alt-Parteien möchten eigentlich keinen deutschen Nationalstaat mehr. National – ist das nicht voll Nazi?
In DDR-Zeiten hatten wir auch schon mal eine Parteien-Vielfalt von etlichen Blockparteien, die nur noch eine geeinte Meinung zuließen. Das hieß damals lustiger Weise immerhin noch „Nationale Front“, denn da hatten selbst die Kommunisten noch gar nichts gegen das Wort „National“.
Heute herrschen dagegen in Deutschland anscheinend nur noch Nationalstaatsfeinde und die allerhöchste Dichte davon dürfte somit wohl im Deutschen Bundestag anzutreffen sein. Deshalb ist es wichtig den 03. Oktober würdevoll gegen staatliche Multikulti-Klamaukveranstaltungen zu verteidigen, die selbst das Wort „Nationalfeiertag“ schon scheuen.

Zur Vielfalt soll ja auch gehören, dass gerade an unserem Nationalfeiertag die muslimischen Verbände mit uns den Tag ihrer Moscheen feiern möchten. Kann man noch deutlicher ausdrücken, dass einen die deutsche Nation nicht die Bohne interessiert, als die Feier seiner Religion bewusst auf den Nationalfeiertag seines Gastlandes zu legen? Sie haben etwas Wichtigeres als die Nation zu feiern: Ihren Glauben.

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Keiner hat etwas gegen unsere Religionsfreiheit. Aber es gibt Tage die für deutsche Patrioten bereits fest belegt sein sollten und für Nebentermine wie z.B. der Besichtigung von Religionsstätten kein Platz ist.
Wie konnte es geschehen das ein vor 30 Jahren noch allseitsakzeptierter Begriff wie „Nation“ inzwischen so negativ besetzt ist? Es bestreitet ja kein vernünftiger Zeitgenosse, dass von vielen Nationen, auch von der Deutschen Nation, schreckliche Kriege, Deportationen bis hin zu Völkermorden ausgegangen sind.
Aber sollte man dann nicht genau differenzieren und die militärische Aggressivität bzw. das rein völkische Konzept von ganz konkreten Regierungen kritisieren und nicht das Prinzip Nation als solches? Eine Nation ist eben mehr als nur ein irgendwie bewohntes Gebiet mit einem Namen dran. Es stellt primär eine Schutz-Dienstleistung für seine Mitbürger dar. Für die, die das Ganze letztlich auch finanzieren.
Warum erfreut man sich nicht an der großen Vielfalt der Nationen? Es gibt genug friedliche, demokratische Willens-Nationen, wie z.B. Japan oder Australien, die auch sehr vernünftige Zuwanderungsregeln haben. Warum sollten wir uns die nicht ein Stück weit zum Vorbild nehmen können? Ein altes und auch bewährtes Ordnungsprinzip wie die Nation zuverwerfen, das wäre so, als wenn man z.B. Vereine generell verbieten würde, nur weil es auch kriminelle Vereine gibt, oder als wenn man Liebe verbietet, nur weil es Morde aus Eifersucht gibt.
Fragt man die Verächter der Nation, was sie denn als Gegenmodell anzubieten haben, kommt als Antwort meist der multikulturelle Bundesstaat, also ein Staat wie es die EU werden will. Gern auch Friedensprojekt Europa genannt.
Multiethnische Bundesstaats-Gebilde, wie z.B. die UdSSR oder das Habsburger Reich, waren historisch gesehen übrigens keineswegs„friedlicher“ als Nationalstaaten. Komischerweise fordert auch niemand die Abschaffung von Religionen, die doch nachweislich mindestens genau so viel zu Kriegen und Toten geführt haben wie Nationen.
Eine Religion wie der Islam versteht sich z.B. nicht als nationale, sondern als eine international operierende Gemeinschaft, als dar al Islam, als Haus des Islam. Wie toll das ist, das können wir in islamischen Ländern, aber inzwischen auch längst in Parallelwelten im vielfältigen Europa sehen.
In Bezug auf die EU kann man sagen: Je größer Imperien und Reiche sind, umso undemokratischer sind sie. Meist werden sie nur durch einen starken Herrscher oder Diktator zusammengehalten. Fallen sie aus einander, sind grausame Bürgerkriege meist die Folge.

Für so etwas sind wir Ossis 1989 garantiert nicht auf die Straße gegangen. Charles de Gaulle, der 1962 für ein „Europa der Vaterländer“ warb, hatte klar erkannt: „Zwischen Staaten gibt es keine Freundschaft, sondern nur Interessen.“ Genau wie Adenauer war De Gaulle sicher ehrlich an der Aussöhnung mit dem ehemals verfeindeten Nachbarn gelegen. Aber dafür gab er sicher keine französischen Interessen preis. Das brauchte er auch nicht, denn sein Tun war ja im beiderseitigen Interesse der Völker.