lichtenberg braucht mut

Im Berliner Bezirk Lichtenberg fand zum wiederholten Male das Fest »Bunte Platte« statt. Doch statt eines Festes für Vielfalt, Weltoffenheit und Toleranz praktizierte man Intoleranz und Ausgrenzung. Alle Parteien durften sich mittels eines Stands präsentieren; nur der AfD wurde dies vom austragenden Verein untersagt.

Manche Vereine im Berliner Bezirk Lichtenberg haben ein ganz besonderes Demokratieverständnis. Vor allem dann, wenn sie nicht zuletzt reichlich finanzielle Mittel unmittelbar vom Bezirk beziehen. Ein Beispiel dieser besonderen Form des Demokratieverständnisses legte jüngst der Bürgerverein Hohenschönhausen e. V. an den Tag. Dieser richtet jedes Jahr zum 01. Mai das Fest »Bunte Platte« aus. Dieses Jahr war das Motto laut Einladungsschreibens des Vereins »ein Fest der Vielfalt, Weltoffenheit und Toleranz«. Der Bezirksbürgermeister übernahm die Schirmherrschaft und allen in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) vertretenen Parteien wurde die Möglichkeit eingeräumt, mit einem eigenen Stand bei dem Fest vertreten zu sein.

Fast allen. Der AfD wurde dieser Stand nämlich untersagt. In einem Schreiben des Vereins an den Fraktionsvorsitzenden der AfD in der BVV heißt es dazu: »Der Vorstand des Bürgervereins Hohenschönhausen e. V. hat beschlossen, Ihrer Partei keinen Stand auf dem 1. Mai 2018 „Bunte Platte“ Fest bereit zu stellen. Wir bitten Sie, die Präsenz Ihrer Partei nur auf die Zeit des Polit-Talks von 12:00 bis 13:00 Uhr zu beschränken.«

Nicht nur, dass dieser Verein die drittgrößte Fraktion der BVV ausschließt und somit etwa jedem fünften Lichtenberger Wähler mit der flachen Hand ins Gesicht schlägt; man erdreistet sich sogar, den Repräsentanten und Mitgliedern der AfD vorzuschreiben, von wann bis wann man ihnen »großzügig« erlaubt, an diesem Fest teilzunehmen.

Der für den einstündigen Polit-Talk vorgesehene Bezirksvorsitzende der AfD, Dr. Marius Radtke, verlas zu Beginn seines Auftritts eine kurze Erklärung, in welcher er auf Diskrepanz zwischen dem Motto des Festes und dem Verhalten von Veranstalter und Schirmherr hinwies. Er sei unter diesen Umständen nicht bereit, »bei einem Polit-Kasperletheater mitzumachen und dabei möglicherweise als Räuber, Teufel oder Krokodil zu fungieren.« Sprachs und verließ das Podium.

[Bildquelle: AfD Lichtenberg]